GIREVE und die Interoperabilität von Ladestationen in Frankreich: der umfassende Leitfaden
GIREVE ist die nationale Roaming-Plattform für Elektrofahrzeuge. Für Flottenmanager und IRVE-Betreiber ist das Verständnis ihrer Funktionsweise entscheidend, um ihren Nutzern Zugang zu 180.000+ Ladepunkten zu bieten, ohne unzählige Verträge abschließen zu müssen.
Was ist GIREVE?
GIREVE (Groupement pour l'Itinérance des Recharges Électriques de Véhicules) ist ein nationaler Daten-Hub, der 2013 auf Initiative von EDF, Total, Michelin und der Caisse des Dépôts gegründet wurde. Seine Aufgabe besteht darin, die Interoperabilität zwischen allen Ladestationsnetzen in Frankreich sicherzustellen — wodurch ein Fahrer überall mit einer einzigen Karte oder einer einzigen App laden kann, unabhängig von der Marke der Ladestation.
Im Jahr 2026 verbindet GIREVE:
- 180.000+ Ladepunkte in Frankreich (also mehr als 85% der öffentlich zugänglichen Ladestationen)
- 40+ Mobilitätsanbieter (eMSP: Chargemap, TotalEnergies, Engie, Shell usw.)
- 200+ Ladestationsbetreiber (CPO) zertifiziert, darunter Sparklin
- Ein europäisches Netz über Hubject und EMSP, das 15+ Länder abdeckt
OCPI: das standardisierte Roaming-Protokoll
Die Interoperabilität beruht auf dem Protokoll OCPI (Open Charge Point Interface), derzeit in der Version 2.2.1. Es ist der Standard, der es den Systemen der CPO (Ladestationsbetreiber) und der eMSP (Mobilitätsanbieter) ermöglicht, die für eine Roaming-Ladesitzung erforderlichen Informationen in Echtzeit auszutauschen:
- Verfügbarkeit der Ladestationen und Status in Echtzeit (frei/belegt/außer Betrieb)
- Tarife, die für den Nutzer im Roaming gelten
- Authentifizierung des Nutzers (RFID-Karte, QR-Code, App)
- Sitzung: Start, Verbrauch, Stopp
- CDR (Charge Detail Record): Sitzungsbericht für die Abrechnung
Der Unterschied zu OCPP (Protokoll Ladestation↔Verwaltungssoftware): OCPI steuert den Dialog zwischen den Betreibern, OCPP steuert den Dialog zwischen der physischen Ladestation und ihrer Überwachungssoftware. Beide Protokolle ergänzen sich und sind in einem modernen IRVE-Ökosystem unverzichtbar.
CPO, eMSP, HPC: Wer macht was im IRVE-Ökosystem?
Der Betreiber, der die Ladestationen errichtet und betreibt. Sparklin ist CPO. Er ist für die Verfügbarkeit der Ladestationen und deren Anbindung an GIREVE über OCPI verantwortlich.
Der Betreiber, der den Endnutzern die Karten und Apps zur Verfügung stellt (Chargemap, TotalEnergies Charge+, Engie usw.). Er stellt dem Nutzer den Dienst in Rechnung und vergütet den CPO.
Der Interoperabilitäts-Hub (GIREVE in Frankreich), der alle CPO und eMSP über einen einzigen Austauschpunkt verbindet und so bilaterale Verbindungen zwischen jedem Betreiberpaar vermeidet.
Wie funktioniert das Roaming konkret?
Nehmen wir den Fall eines Mitarbeiters eines Kundenunternehmens von Sparklin, der sich auf der Autobahn befindet und an einer TotalEnergies-Ladestation laden muss:
- Der Mitarbeiter hält seine Sparklin-Karte (RFID) an die TotalEnergies-Ladestation
- Die TotalEnergies-Ladestation fragt GIREVE ab, um die Karte zu authentifizieren
- GIREVE kontaktiert Sparklin (den CPO der Karte), um die Zugangsberechtigungen zu prüfen
- Sparklin bestätigt die Autorisierung — die Ladestation startet den Ladevorgang
- Am Ende der Sitzung wird ein CDR über GIREVE an Sparklin übermittelt
- Sparklin stellt dem Unternehmen des Mitarbeiters die Kosten in Rechnung und vergütet den TotalEnergies-Anteil
Dieser gesamte Vorgang läuft in weniger als 3 Sekunden ab. Der Nutzer muss nichts unternehmen — seine einzige Karte funktioniert an 180.000+ Ladepunkten.
Zentralisierte Abrechnung: der Vorteil für Flottenmanager
Ohne GIREVE-Roaming müsste ein Unternehmen, das 50 Elektrofahrzeuge verwaltet:
- Abonnements bei jedem Netz abschließen (TotalEnergies, Engie, Shell, Chargemap...)
- Mehrere monatliche Rechnungen und mehrere Karten pro Fahrzeug verwalten
- Die Spesenabrechnungen für das Laden unterwegs manuell prüfen lassen
Mit Sparklin (GIREVE-zertifiziert) verfügt das Unternehmen über eine einzige monatliche Rechnung, die alle Ladevorgänge zusammenfasst: vor Ort, zu Hause über die Sparklin by go-e und im Roaming an den 180.000+ Ladepunkten des Netzes. Spark Pilot bietet ein einheitliches Dashboard pro Fahrzeug, pro Fahrer und pro Standort.
Sparklin: GIREVE-zertifizierter Betreiber seit 2023
Sparklin ist seit 2023 als CPO-Betreiber auf der GIREVE-Plattform zertifiziert. Diese Zertifizierung umfasst:
- Eine direkte OCPI-2.2.1-Verbindung zur GIREVE-Plattform
- Eine garantierte Antwortzeit für die Authentifizierung der Karten im Roaming (<2 s)
- Die Echtzeit-Übermittlung der Verfügbarkeit aller Sparklin-Ladestationen an die Navigations-Apps (PlugShare, ABRP, ChargeMap usw.)
- Die zentralisierte monatliche Abrechnung für Unternehmen mit mehreren Standorten
- Der Zugang zum europäischen Netz über Hubject für grenzüberschreitende Fahrten
Checkliste, um über GIREVE konformer CPO-Betreiber zu werden
Wenn Sie Ihren privaten Parkplatz für die Öffentlichkeit öffnen (gegen Gebühr) und dem GIREVE-Netz beitreten möchten, sind hier die technischen Voraussetzungen:
- ✅ OCPP-2.0.1-kompatible Ladestationen — zwingend erforderlich für die Kommunikation mit der Verwaltungssoftware
- ✅ OCPI-2.2.1-zertifizierte CSMS-Überwachungssoftware — Spark Pilot ist nativ kompatibel
- ✅ MID-zertifizierte Zähler an den Ladestationen — zwingend erforderlich für die energiebasierte Abrechnung gegenüber der Öffentlichkeit
- ✅ GIREVE-Vertrag oder Zugang über einen zertifizierten Betreiber (Sparklin kann Ihnen die GIREVE-Anbindung bereitstellen, ohne dass Sie selbst CPO werden müssen)
- ✅ EVSE-Kennungen (normiertes EVSE-ID-Format), die jedem Ladepunkt zugewiesen werden
- ✅ Preisanzeige an oder in der Nähe der Ladestation (gesetzliche Pflicht seit 2022)
Als GIREVE-zertifizierter Betreiber verschafft Ihnen Sparklin Zugang zum gesamten europäischen Ladenetz über einen einzigen Vertrag und eine einzige monatliche Rechnung.
GIREVE-Roaming aktivieren →